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West-Polizei schaut auf das Lenne-Dreieck und ein DDR-Grenzer schaut über die Mauer |
Juni 1988 |
Die Autonomenburg |
Das Lenne - Dreieck war ein verwildertes, mit Buschwerk überwachsenes ca. vier Hektar großes Gelände. Vor der Mauer gelegen gehörte es zur DDR. Ein sehr sensibles Gebiet. Wahrscheinlich wurde der Zweckmäßigkeit halber und aus Kostengründen die Mauer dort nicht in einem spitzen Winkel errichtet, sondern begradigt zurück gesetzt. Dies geschah auch an anderen Grenzabschnitten. Die Westberliner benutzten nun diesen Abschnitt, wie ihr eigenes Gebiet als Spazierweg vom Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz. Jede Reaktion der DDR hätte Proteste und Medienkampangnen ausgelöst. Als es zur Räumung der Wagenburg links des Poptsdamer Platzes kam, siedelten sich auf diesem Dreieck Gruppierungen der Autonomen an. Der westberliner Polizei bereitete es viel Ärger, da sie gegen diese Hütten, Zelte, Gärten mit Ziegen, Hühnern und Lagerfeuern nichts unternehmen konnte und durfte. Es war auch eine Hochburg des "Fahrradklaus". Die DDR war an Ruhe interessiert und unternahm nichts. Bereits am 31. März 1888 war eine Vereinbarung zwischen den Besuchsbeauftragten des Senats und der DDR, Kunze und Müller, über den Gebietsaustausch von 18 betroffenen Flächen unterzeichnet worden. Als Wertausgleich erhielt die DDR vom Senat 76 Millionen DM. Mit diesem Gebietsaustausch konnte die westberliner Polizei mit Duldung bzw. Zustimmung der DDR - Organe eine gewaltsame Räumung vorbereiten. Dies sickerte durch. Am Vorabend gab es eine große Ansammlung Linker, Autonomer, Besetzer und Rechter in diesem Bereich. Lagefeuer wurden entzündet und Vorbereitungen zu einer Verteidigung getroffen. In den frühen Morgenstunden des Freitag, den 1. Juli 1988 kam es zum Einsatz von drei bis vier Hundertschaften der Polizei.Schützenpanzerwagen, Räumfahrzeuge und Wasserwerfer standen bereit, alle Zufahrtsstraßen waren abgeriegelt. Die gewaltsame Räumung erfolgte mit Wurfgeschossen, Nebelkerzen, Tränengas und dem Einsatz von Schlagstöcken. Die Windrichtung trieb die Ladung dieser Geschosse auf DDR - Gebiet, so daß die Grenzer Gasmasken aufsetzen mußten.Während es zu vielen Verhaftungen kam, gelang es ca. 40 Beteiligten mit Leitern über die Mauer zu klettern in Richtung Ostteil. Sie wurden von DDR Organen über die Grenzübergänge zurückgewiesen. Ein Medienrummel sondersgleichen.
Text von Hans-Dieter Behrendt
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Das Lenne-Dreieck war geräumt! |
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